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DEFAULT : Mit viel Energie übers Energiegesetz diskutiert
18.05.2017 10:22 (122 x gelesen)

Gegner und Befürworter des Energiegesetzes lieferten sich an einem Podium in Zollikon eine hitzige Diskussion. Es blieben aber offene Fragen zur Vorlage zurück, über welche die Stimmberechtigten am 21. Mai entscheiden.

Wurden sich nicht einig: Jonas Erni, Martin Neukom, Moderator Andreas Schürer,
Jean-Philippe Kohl und Christian Hurter am Podium in Zollikon. Bild: David Baer



Es könne doch nicht sein, dass wir derzeit rund 10 Milliarden Franken jährlich für Energieimporte, namentlich für Heizöl, Benzin und Erdgas, bezahlen, monierte Kantonsrat Jonas Erni (SP) am Donnerstagabend.

Er war einer der vier Diskussionsteilnehmer an dem vom überparteilichen Komitee «Nein zum Energiegesetz» veranstalteten Podium im gut ­besetzten Saal der reformierten Kirche in Zollikon. «Wichtiger ist, dass dieses Geld hierbleibt und in hochwertige Cleantech-Arbeitsplätze investiert wird», fügte der Wädenswiler an. Erni vertraut in diesem Zusammenhang der Entwicklung neuer Technologien: «Intelligente Strom­netz­steuerungen regeln jetzt schon den Energieverbrauch.»

Rätselraten um Kosten

Die Kostenfrage interessierte an der von NZZ-Redaktor Andreas Schürer geleiteten Gesprächsrunde auch die Gegner. Aufs Tapet kamen die bloss 40 Franken, die ein Haushalt jährlich, gemäss dem Bund, für die Energiestrategie bezahlen müsste. Dieser Kostenpunkt steht im krassen Gegensatz zu den 3200 Franken Abgaben, welche die SVP für eine vierköpfige Familie veranschlagt. «Formal sind die 40 Franken richtig», sagte Jean-Philippe Kohl, Leiter Wirtschaftspolitik des Branchenverbandes Swissmem. «Aber sie klammern den Benzin- und Heizkostenzuschlag aus und haben mit Zwangssparen zu tun. Bis ins Jahr 2035 will Bundesbern den Energiekonsum verbindlich um 43 Prozent pro Kopf senken.» Nach den gesetzlichen Vorgaben soll auch der Stromverbrauch um 13 Prozent reduziert werden. Was ihm missfalle: «Der Staat masst sich an, zu sagen, das ist die Zukunft.» Ein alternatives Szenario lieferte Kohl nicht: Er selbst kenne die Lösung nicht.

«Die Zeche zahlt auf jeden Fall der Mittelstand», bemängelte auch der Uetiker Kantonsrat Christian Hurter (SVP). Anderes zu behaupten, sei Augenwischerei. «Ob 40 oder 3200 Franken, weiss eigentlich keiner ganz genau», äusserte sich Hurter sogar selbstkritisch zu den Kosten­berechnungen seiner Partei, um sogleich anzufügen. «Es gibt aber auch keine eindeutigen technischen Lösungen, wie man die rund 36 Prozent Atomstrom ersetzen will.» Das Gesetz sei unrealistisch. Sein Amtskollege ­Erni sprach von «Ohnehin-Kosten», die in der Energiewirtschaft zur Erneuerung der Wasserwerke und der Stromanlagen nötig seien. Diese seien von der SVP fälschlicherweise mit einberechnet worden.

Flammender Appell für ein Ja

Energisch für ein Ja setzte sich Kantonsrat Martin Neukom (Grüne) ein. Unter dem Motto «Packen wirs an!» sagte der Ingenieur aus Winterthur, der sich inzwischen dem Studium der Solarenergie widmet, er verstehe die Haltung der Gegner nicht. «Sie behaupten, die Energiewende funktioniere nicht, also wollen sie weiterhin Öl und Benzin verbrennen.» Dabei fördere die Energiestrategie die Energieeffizienz und die Produktion von erneuerbaren Energien in der Schweiz. «Wenn wir zudem das Wasser in den Stauseen für den Winter behalten, werden wir zusammen mit Biogas durch die kalte Jahreszeit kommen.» Um weitere Vorschläge zur Energieeffizienz war Neukom nicht verlegen: Gebäude müsse man weiter sanieren, Städte könnten so ­gebaut werden, dass Autos überflüssig würden. «Die Energiestrategie ist nicht erst fürs Jahr 2050, sie hat schon längst begonnen», schloss er.

Swissmem-Vizedirektor Kohl schaute in seiner Replik in die ­Zukunft. Das Gesetz sei nicht zu Ende gedacht. «Kann ein Mensch denn heute wissen, mit welchen Technologien die Energie in 30 Jahren erzeugt wird?» Eine weitere offene Frage, welche die sichtlich nachdenklich gestimmten Zuhörer mit auf den Heimweg nahmen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.05.2017, 16:31 Uhr


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